Natürlich hat auch ein neues Schiff Fehler oder Mängel, diese erkennt man sofort oder erst nach einiger Zeit, hier ein Auszug:
Es besteht eine Schräglage des unbeladenen Schiffes nach Bb um rund 6cm. Ursache nicht bekannt. Täglich wird man aber daran erinnert, da das Wasser in der Spüle nicht abfließt.
Bei Türen oder Deckel im Bereich Küche, Kühlschrank und WC wurden weiße Umleimer für die Kanten verwendet, die an der Unterseite aus Papier sind, ich denke, das hat gerade drei Monate gehalten. Diese Umleimer werden nicht einmal mehr bei Billigküchen in einer Wohnung verwendet.
Von den insgesamt 6 Festmacherklampen aus Alu haben drei nicht gehalten. Diese Klampen sind mit Niroschrauben an Deck verbolzt. Ursache: Bei einer Heckklampe war es klar, lediglich drei Gewindegänge können eben nicht halten. Die Klampe wurde nach 4 Monaten ausgerissen und über Bord geschleudert. Kosten 170 Dm mit Taucher. Bei beiden Vorschiffklampen waren unterschiedlich lange Schrauben im Einsatz, die Klampen wurden locker, beim Abschrauben der Niroschrauben kam das Gewinde bei der Aluklampe teilweise mit heraus. Also durchbohren und neu mit Senkkopfschrauben montiert.
An Deck sind zwei fixe Scheiben, beide undicht. Man sieht schon von außen, wie sich der Kleber verfärbt. Vermutliche Ursache: kein UV-beständiger Kleber. Kosten noch nicht bekannt.
Leider war zumindest ein Teil der Innenlackierung nicht UV beständig. Der Lack blätterte ab, deshalb mussten der Niedergang sowie alle oberen Lukeneinfassungen abgeschliffen, grundiert und neu gestrichen (mehrmals) werden. Aufwand: rund 2,5 Tage. Material: 70 €. Die Behebung war ein großer Aufwand und - zum Vergleich- bei meinen alten Boot erst nach sieben Jahren fällig.
Schon im Herbst 2000 bemerkte ich unten bei der Kühlschrank- und Spüleverkleidung Anzeichen von Nässe im Betrieb. Ich unternahm nichts dagegen. Zwei Jahre später war das Holz an einer Stelle verrottet, der Rest schwarz. Also achten Sie, dass der Kühlschrank nach unten abgedichtet ist und Tauwasser nicht auf den Boden darunter fließen kann, genau dieses Wasser wird dann von der Stirnfläche (nicht lackiert) der Verkleidung aufgesaugt. Bei der Spüle war die Arbeitsplatte nicht abgedichtet, mit den gleichen Folgen, das Holz wurde unten schwarz. Wenn es sein muss, schneiden Sie seitlich ein Fenster zur Kontrolle, das Sie später mit einem Niroluftgitter abdecken können, damit haben Sie auch eine Belüftung. Ich habe die Stirnwände mit aufgesetzten Holzleisten ca. 10 cm hoch unten verkleidet. Die Spüle und die Arbeitsflächen haben neue Arbeitsplatten bekommen. Alles in allem sicher 4 Tage Aufwand und rund 140€ Material.
Alle Schrankinnenräume, Kojenbretter sowie Verkleidungen, waren meiner Meinung zu dünn mit Klarlack gespritzt und genügten meiner Anforderung nicht. Also noch einmal schleifen und nachlackieren. Keine lustige Arbeit, besser Sie vereinbarten (falls die Werft diesen Standard beibehält) gegen Aufpreis eine weitere Lackierung.
Die Werft hat für den Holzinnenausbau einfache Holzspanplattenschrauben verwendet. Tauschen Sie diese sofort im Bereich des Niederganges, Motorverkleidung und Salonkojenbretter gegen Niroschrauben aus. Wenn man wartet verrosten die Köpfe, die Schrauben bekommt man nicht oder nur sehr schwer heraus, außerdem entstehen hässliche Rostflecken am Holz.
Die Ankerwinsch versagte im Frühjahr 2002. Deshalb mein Tipp: Dichten Sie das Schutzrohr der Stromzuleitung unter der Ankerwinsch oben mit Dichtungsmasse ab und schaffen Sie einen Abfluss, damit im Schutzrohr kein Wasser stehen bleiben kann. Sonst passiert es wie mir, dass stehendes Wasser die Kabelisolierung (?) zerstört, die Kupferlitzen wurden durch Korrosion zu Brei. Abhilfe: Verteilerdose oben im Ankerkasten anbringen, neue Kabel einziehen. War deswegen in Griechenland auf Fremdhilfe angewiesen, da ich diese dicken Kabel mit Bordmittel nicht verbinden konnte
Keine deutsche, keine englische sondern nur eine "sparsame" französisch geschriebene Betriebsanleitung - obwohl im Kaufvertrag deutsch vereinbart worden war. Nicht zuletzt aus diesem Grunde konnte uns vom früheren deutschen Händler die Funktion des Leckstromanzeigegerätes nicht bzw. nur falsch erklärt werden. Deshalb waren wir immer der Meinung, als Kontrolle käme einmal das rote Licht und wechsle später zum grünen Licht - dann sei die Anlage in Ordnung. Das war falsch.
Eine Kleinigkeit, aber es stört: Die Bilgepumpen (kein Sumpf) sind zu hoch angebracht, damit bleibt einfach zuviel Wasser stehen, das gilt auch für die Dusche. Zum selben Preis gibt es sehr wohl Pumpen, die weniger als einen Zentimeter Wasser stehen lassen. Ein Schwimmschalter würde verhindern, dass die Pumpen trocken laufen
Die Befestigungen für die Relingsstützen sind wohl mit Kunststoffhülsen isoliert, die Löcher für die Nirorohre sind aber voll mit Wasser, weil der Ablauf zugeschweißt ist. Aus diesem Grunde bleibt das Wasser auch bei der Relingsleiste stehen, die meisten Stützen verkalkten in den Löchern und waren nicht mehr zum herausziehen, da festgefressen. Das muss man wohl als schlampig klassifizieren.
Die Badeleiter liegt direkt auf dem Lack der Heckplattform, dass diesen Umstand der Lack nicht aushält ist wohl klar. Das sollte auch die Werft erkennen. In der Folge wurde diese Plattform bereits zweimal neu lackiert und Abhilfe in Form einer Teakholzleiste geschaffen.
An einigen Stellen haben die waagrechten Versteifungen innen bei der Außenhaut keine Löcher wo das Wasser abfließen könnte. Es ist störend, wenn das Wasser aus der Bilge bei Schräglage diese Stellen erreicht und einfach nicht mehr nach unten wegfließen kann.
Die zweiflügelige Schiffschraube war zu klein, der Motor drehte hoch bis sich dieser selbst abregelte. Ich wollte ohnedies einen Verstellpropeller, also entschied ich mich für einen dreiflügeligen 16 Zoll Max-Prop. Dieser ist ideal.
Die obere Kunststoffbüchse der Ruderwelle war innen um ca. 1mm zu groß. Dieser Umstand bewirkte am Steuerrad ein Spiel von rund 15cm. Der Autopilot war damit irritiert und hatte einen hohen Strombedarf. Eine neue Büchse schaffte Abhilfe. Es spricht aber für die Konstruktion, dass man diese Reparatur auch auf hoher See durchführen könnte, da das Ruder nicht ausrauschen kann.