Die Ovni entsprach meinen Vorstellungen, Dinge, die man sich für die Langfahrt wünscht, sind serienmäßig - wie etwa Heckankerrolle, kleine Nase am Bug für den Anker, Kutter-Segel und -Stag, Heckspoiler (wunderbar für das Anbringen von Beiboot, Radar, Sonnenkollektoren), Verlängerungsmöglichkeit des Bimini nach hinten.
Mit dem damaligen deutschen Importeur aus Heiligenhafen besuchte ich die Werft Alu-Bat in Sables d'Olonne an der Westküste Frankreichs, am Tag zuvor eine Marina vor Ort, um mir vom Zustand eines Aluschiffes nach einigen Jahren Benutzung ein Bild zu machen.
Zuerst bevorzugte ich die Ovni 385, bis ich in der Werfthalle bemerkte, dass Ovni 385 und Ovni 36 in derselben Formlehre gefertigt werden (siehe auch Absatz Rumpf und Gewicht). Warum also mehr Geld ausgeben? Nur wegen der Deck- und Innenausstattungs-Unterschiede bei gleicher Länge, größerem Gewicht, welches wiederum eine andere Segelfläche benötigt?
Der Werft-Chef informierte über Ausstattung, Aufpreise (erschienen mir günstig) und Endpreis. Ein Großteil der zusätzlichen Ausstattung wurde direkt mit der Werft vereinbart. Ein Auszug: Profurl Baumreff, Autohelm 6000 Autopilot und Cockpitinstrumente, zwei zusätzliche Lufthutzen, vergrößerter Wassertank, Trinkwasseraufbereiter, Landanschluss, Vorhänge, Cockpittisch, Fäkalientank, Vakuumtoilette, Sturmsegel usw. Bei der Bezahlung gab es ein Entgegenkommen seitens der Werft - Anzahlung erst bei Rumpf-Fertigstellung, Rest, wenn der Händler das Schiff aus dem Werftgelände bringt. Alle Zahlungen erfolgten direkt an die Werft. Meine Bedenken, Geldsummen über einen "Zwischenmann" laufen zu lassen, waren somit ausgeräumt. Zurück in der Heimat stand nach einer Nachdenkphase dem Abschluss des Kaufvertrages nichts mehr im Wege. Garantiebeginn: 1.4.2000. Das Schiff war zeitgerecht bei der Messe in Hamburg 1999, anschließend über die Wintermonate in einer Halle. Im Frühjahr montierte der Händler zusätzliche Ausstattung wie Webasto-Heizung, Radio, UKW Funk, GPS, Radar, Batterieladegerät usw. Im Mai 2000 wurde das Schiff übergeben, es verblieb noch bis August in der Marina und wurde dort, um Fehler zu erkennen und noch in der Garantie auszumerzen, für kurze Zeit verliehen. Im August 2000 gab es noch einiges, das vom Händler nicht so geleistet worden war wie vereinbart, an Bord zu erledigen. Es gab harte Gespräche, ich zog einen Anwalt bei, letztendlich sind wir ohne Zorn abgereist.