Auf meinem mit Ausrüstung rund 7000kg schweren Boot habe ich als Dienstanker einen 25 kg Bügelanker, der mich auf inzwischen hunderten Ankerplätzen noch nie enttäuscht hat. Ausnahmen gab es lediglich bei Seegras und weichem Schlamm. Der Anker bleibt hier sichtbar am Grund (??? da fehlt was) eine längere Kette verbessert die Haltekraft nur unwesentlich. Trotzdem ist für mich dieser Anker top, aber nicht unter 22 kg. Er ist weiß gestrichen und damit unter Wasser besser erkennbar.
Als Heckanker habe ich einen Fortress aus Alu mit 6,5kg Gewicht. Er war mit rund 500 € zwar teuer, hält aber ausgezeichnet bei weichem Schlamm, taucht ab, bis er auf feste Schichten trifft. Nur das Bergen ist dann oft mühselig. Dieser Anker ließ mich auch nicht im Stich, als wir zwei Tage lang einen Seitenwind von 33 Kn hatten und durch Bugleinen mit der Mole verbunden waren. Zusätzlich "lehnte" sich ein weiteres 12m Schiff an uns - dessen CQR-Anker mit 20kg nicht gehalten hat.
Der Britany-Anker, verzinkt mit 16 kg, kam vorerst kaum zum Einsatz und verrottete im Ankerkasten. Inzwischen wurde der Anker sandgestrahlt und anschließend mit Kunststoff beschichtet, erstaunlich, wie haltbar diese Beschichtung auch beim Einsatz ist.
Gute Erfahrungen habe ich auch mit dem CQR Anker. Die Schwachstelle ist ein ausgeschlagenes Gelenk - der Hauptgrund, warum diese Anker manchmal nicht halten. Die Kontrolle dazu: Legen Sie den Anker seitlich auf flachen Boden. Wenn man die Spitze des Ankers nun anheben kann, ohne dass sich dabei auch der Schaft hebt, ist das Spiel im Gelenk zu groß. Der Anker wird bei festem Sand nicht greifen.
Meine Ankerkette ist aus Niro und 50 m lang. Grund: Ich wollte Gewicht sparen, benötigte wegen der höheren Festigkeit anstelle der 10 mm verzinkten Kette nur eine mit 8 mm. In der Praxis bedeutet dies jedoch keine Gewichtsersparnis, da man eben für die erforderliche Dämpfung umso mehr Kette stecken muss - die 50 m reichen somit nicht aus, 30 m werden noch nachgekauft. Vorteil der Nirokette ist natürlich die Lebensdauer und die geringere Schmutzhaftung durch die glatte Oberfläche. Dadurch verteilt sich die Kette auch besser im Ankerkasten, da sie sich kaum turmförmig aufbaut. Gefährlich ist jedoch der Umstand, dass es beim 1. Glied (Schäkel) der Nirokette und des verzinkten Ankers zu Elektrolyseschäden kommt. Bruch ist somit meiner Meinung nach vorprogrammiert, ständige Kontrollen werden notwendig, der Schäkel muss jährlich erneuert werden. Meine Meinung: Entweder sollte alles aus Niro oder alles aus verzinktem Stahl sein.
Bei kleineren Schiffen ist, so denke ich, die beste Lösung: ein 10 mm Kettenvorlauf mit rund 15 m und der entsprechenden Leine. Sie liegen sicher und komfortabel. Bei Steinen oder Korallengrund ist es notwendig, dass Sie eine kleine Boje beim Übergang Leine - Kette hängen, damit ein Stück der Leine aufschwimmt und sich nicht aufscheuert.
Als sehr praktisch und vor allem schnell einsatzfähig hat sich ein Ankergurt mit 55 m Länge erwiesen. Dieser Gurt wird einfach aufgerollt, die Rolle ist auf meinem Schiff fix (von außen nicht sichtbar) unter dem Backskistendeckel montiert und benötig fast keinen Platz. Im Ernstfall: Deckel auf, Gurt beim Heckanker einhängen und abrollen lassen. Nachteil bei dieser Anbringung: Salzwasser tropft in die Backskiste, wenn der nasse Gurt aufgerollt wird. Der Gurt hat auch keine Dehnung und dämpft daher nicht - es wird ein Kettenvorlauf empfohlen. Weiters führe ich auf meinem Schiff eine 16 mm Leine mit 100 m Länge und einem 15 Meter langen, 10 mm verzinkten Kettenvorlauf. Sie wurde zwar erst einmal benötigt - da hat sie mich aber vor Bruch bewahrt!
Eine Ankerboje wird immer öfter notwendig, ein roter oder gelber Ball, vielleicht 20 cm Durchmesser, darunter wird eine Umlenkrolle montiert, rund 13 m 8 mm Leine zum Kreuz des Ankers geführt, das andere Ende hat ein Gewicht. Fertig.