Zusätzliche Ausstattung (und meine Meinung dazu…):
Großsegel Reffanlagen:
Nicht so einfach, hier eine klare Entscheidung zu treffen, aufgrund der vielen Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme.
Das alte, herkömmliche Bindereff mit zwei, besser drei Reffreihen ist wohl sicher und selektiv (hatte es über neun Jahre bei meinem alten Schiff in Gebrauch). Der Reffvorgang benötigt mehr Zeit, man muss in den Wind gehen, und es ist ein gefährlicher an Deck.
Folgende Alternativen:
1. Einleinen-Reffsystem (für mich die beste Lösung):
Ideal mit Latten und kugelgelagerten Rutschern. Billiger als ein Baumreff. Hier klemmt nichts, man kann das Großsegel ohne Winsch rasch setzen und bergen. Super ist auch die integrierte Persennig, die vor Schmutz und Sonne schützt.
2. Mastrollreff
Schon verlockend! Schnelles Setzen und Bergen des Segels bei fast jeder Windrichtung. Nachteile: weniger Segelfläche, keine waagrechten Latten (die dem Segel eine längere Lebensdauer geben sowie die Luftströmung günstig beeinflussen), ein höheres Topgewicht am Mast (ein Fachmann redet hier von 40kg, die wiederum mehr Gewicht am Kiel erfordern), es klemmt, wenn man in Eile einige Falten mitwickelt (und somit das Segel blockiert - ein Umstand, der gefährlich sein kann, seine Behebung bedarf Zeit und Mühe). Die Blütezeit dieses Systems ist meines Erachtens vorbei.
3. Baumreff:
Ich verwende Profurl. Obwohl nie defekt, bin ich nicht ganz zufrieden. Durch die lange Nut am Mast (ca. 12m) und die Führung des Falls über mehrere Kunststoff-Rollen (ohne Kugellager) war das Setzen und Bergen des Großsegels immer ein Kraftakt (auch mit Teflonspray). Man muss in den Wind gehen, mit der Winsch arbeiten. Dabei sprang einige Male der Keder des Vorlieks aus der Nut. Im gerefften Zustand des Großsegels muss man entweder das Fall oder die Reffleine immer wieder nachspannen. Grund: Das Vorliek wird lose, da das aufgerollte Segel ständig nachgibt. Die Welle für das Unterliek ist ebenfalls nur mit zwei Kunststoffbüchsen gelagert. Bei dieser Reibung wird der Kraftaufwand verständlich. Ein Segelmacher nähte nachträglich für 150 Euro einen etwas dünneren Keder ins Vorliek. Jetzt funktioniert es leichter. Einen großen Vorteil hat man: Das Segel bekommt man immer herunter und der Stand des Segels ist wirklich ok.
Die Lackierung an der Nock und beim Beschlag des Baumes war mangelhaft, der Lack sowie die Kunststoffversiegelung lösten sich einfach. Dem österreichischen Importeur dieser Firma habe ich diesen Umstand anhand von Fotos dokumentiert. Zuerst eine Zusage, dann keine Antwort. Auch eine Art der Werbung.
Viele Anlage werden angeboten, informieren ist hier angesagt um die Vor und -Nachteile abzuwiegen.