Irgendwann 1997 reifte bei mir, nachdem ich die Jahre zuvor mit verschiedenen Charterschiffen unterwegs war, der Entschluss, wieder ein Segelschiff zu kaufen. Diesmal aber neu, da ich lieber segeln als reparieren wollte. Länge so zwischen 11 und 12m, mit einem geringen Tiefgang bis 1,50m, Ruder mit Skeg und nicht freistehend, blauwassertauglich. Also habe ich ganz gezielt nur mehr absolut neue Schiffe gechartert, zusätzlich besuchte ich diverse Bootsmessen. Unter den europäischen Marken, die vorwiegend den Chartermarkt bedienen und weitgehend preiswert sind, war mein Wunschmodell nicht dabei. Bis mir dann zwei völlig unterschiedliche Schiffe ins Auge stachen: eine Island Packet 37, neuwertig, zwei Jahre alt, sagenhafte Ausstattung, Langkieler, Gewicht 9,5 Tonnen, ein absolutes Langfahrtschiff mit viel Platz unter Deck. Neupreis an die 500.000 DM. Sowie eine neue Sonate Ovni 36, mit variablem Tiefgang 0,55 - 215 cm. Beide Schiffe hatten inklusive der von mir gewünschten Ausstattung in etwa den gleichen Anschaffungspreis - was tun?
Da erinnerte ich mich an eine Begegnung im Atlantik, wo ich mit meiner Arpege auf eine Colin Archer traf, der wir bei tagelang schwerem Wetter im Kielwasser einige Stunden folgten. Zu meinem Erstaunen bekam die Colin Archer jede Menge grünes Wasser an Deck, während wir verschont blieben. Die Lösung: Wir waren leicht, hatten wenig Lateralfläche, somit kaum seitlichen Widerstand im Wasser, das Schiff driftete jedes Mal wie ein Ball weg, ein leichtes Anluven reichte aus, uns wieder auf Kurs zu bringen. Die Colin Archer hingegen blieb als Langkieler auf Kurs und segelt dadurch "nass". Meine Entscheidung war gefallen.