
Dieses Skriptum kann medizinisch-fachliche Kompetenz selbstverständlich nicht ersetzen, dennoch soll es beitragen, mit medizinischen Problemen auch in küstenfernen Seegebieten umgehen zu können Unter diesem Gesichtspunkt sind die Handlungsanweisungen zu verstehen, denn medizinisch vorgebildete Mitsegler leisten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit an Bord.
Die Aufgabe des Laien ist dabei, akute Lebensgefahr oder zusätzliche Schädigungen die bei einem Unfall durch Schmerz oder Verschmutzung von Wunden drohen, zu mindern bzw. abzuwenden.
Grundsätzlich darf der Laie den Arzt nur vertreten, solange es die Notlage zwingend erfordert.
Themengebiete
Lockerung enger Kleidung
Bedeckung mit einer Decke (außer bei rotem Gesicht oder heißem Körper)
Entkleiden: eventuell Auftrennen von Kleidungsstücken; bei verletzten und anschwellenden Gliedern müssen einschnürende Kleidungstücke entfernt werden, (insbesondere auch Ringe und Uhren bei Handverletzungen, bevor diese nicht mehr abgenommen werden können).
Der Verletzte muß an eine geeignete Stelle zur Durchführung von Blutstillung, Wiederbelebung oder Schockbehandlung gebracht werden. Meist ist die Kajüte zu diesem Zweck am besten geeignet. Der Transport dorthin erfolgt am schonendsten mit dem RAUTEK Griff
Anheben im Schulter-Nackenbereich
sitzender Verletzter wird mit den Knien abgestützt
die Arme des Helfers, die von hinten durch die Achselhöhlen geschoben werden, ergreifen den Unterarm des Verletzten
der Helfer geht in die Knie, zieht den Verletzten auf die Oberschenkel und kann ihn fortschleifen
Dieser Rautek Griff kann zum Tragegriff zur Durchführung des Transports vom Deck in die Kajüte erweitert werden
Auf einem Schiff machen Seegang und eingeschränkte Platzverhältnisse das Lagern nach Vorschrift oft nicht oder nur schwer durchführbar. Am besten eignen sich für die Lagerung Kojen. Eventuell ist ein Anbinden des Verletzten erforderlich, um ein Herumrollen zu vermeiden (vor allem bei Bewußtlosen).
Grundsätzliches:
Stabile Seitenlagerung (NATO-Lagerung):
dient dazu, die Gefahr des Erstickens an Fremdkörpern oder der nach hinten gerutschten Zunge zu bannen (Ausräumung des Mund-, Nasen-, Rachenraumes ist vorher durchzuführen).
das unten bzw. oder oben liegende Bein wird gebeugt und stützt dadurch den bauchwärts gedrehten Körper ab (Durchführung siehe Bild!)
Anwendung bei:
Bewußtlosen zum Freihalten der Atemwege (Atmung und Kreislauf dürfen nicht eingeschränkt sein)
alleingelassenen Verletzten
Schädel-, Hirnverletzungen mit gleichzeitiger Hochlagerung des Oberkörpers
Erbrechen und Blutung aus Mund und Rachen sowie beim Schock kombiniert mit Schocklagerung
Schocklagerung:
Lagerung mit erhöhten Beinen und Kopftieflagerung (zur besseren Durchblutung von Herz, Gehirn, Lunge und Niere)
Rückenlagerung mit Knierolle:
bei Baucherkrankungen oder -verletzungen zur Verminderung der Bauchdeckenspannung (Schmerzlinderung)
Rückenlagerung mit erhöhtem Kopf und Oberkörper:
Zur Verringerung der Hirndurchblutung bei Kopfverletzungen, Sonnenstich und Hitzschlag
Lagerung bei Brustverletzungen:
Der Verletzte wird mit erhöhtem Oberkörper auf der verletzten Seite gelagert, wodurch eine Belüftung des unverletzten Lungenflügels erleichtert wird.
Atem- und Herzstillstand müssen innerhalb von 3 - 5 Minuten beseitigt werden (sonst Todesfolge).
Der Kreislaufstillstand führt zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn, zum Absterben von Gehirnabschnitten und zum Tod. Es muß daher sofort mit der Atemspende und der äußeren Herzmassage begonnen werden. Nur die Stillung einer massiven und lebensbedrohlichen Blutung darf Vorrang haben.
Zeichen des Atemstillstandes
Zeichen des Herzstillstandes
ABC-Regel:
Leitlinie zur Durchführung der Wiederbelebung
Überstrecken des Kopfes nach hinten und Vorziehen des Unterkiefers (eine Hand wird dabei auf die Stirn gelegt, mit der anderen das Kinn angehoben)
Reinigung der Mundhöhle von Fremdkörpern (Blut, Gebiß, Erbrochenes): indem man den Daumen zwischen Ober- und Unterkiefer fest hineindrückt, wird ein Zubeißen des Verletzten verhindert.
Oft setzt durch das Überstrecken des Kopfes die Spontanatmung wieder ein, da durch das Zurücksinken der Zunge und des Unterkiefers der Zugang zur Luftröhre verdeckt wurde.
ad B
Zwei ARTEN
Mund-zu-Nase-Beatmung (Mund des Verletzten muß verschlossen werden), vor allem bei Unterkieferverletzungen.
Mund-zu-Mund-Beatmung (Nase des Verletzten muß verschlossen werden)
Die Mund-zu-Mund-Beatmung wird bei Verletzungen, bei Verschluß und Blutung aus der Nase angewendet.
Ein aus hygienischen Gründen zwischengelegtes Taschentuch erschwert die Beatmung.
Die Kontrolle der Effizienz der Beatmung muß durch das Erkennen von Brustkorbbewegungen erfolgen.
Wenn der Halsschlagaderpuls getastet werden kann erfolgt ca. alle 4 - 5 Sekunden ein kräftiger Atemstoß in den Mund des Verunglückten.
Frequenz der Beatmung:
Bei Kleinkindern und Säuglingen erfolgt die Beatmung durch Mund und Nase.
Dauer der Beatmung:
ad C
Wiederherstellung der Kreislaufzirkulation
Drei Querfinger oberhalb des Brustbeinendes liegt der Herzdruckpunkt (mit dem Finger fährt man am Rippenbogen entlang bis zur Schwertfortsatzspitze des Brustbeins). Der Helfer beugt sich über den Verunglückten und drückt mit gestreckten Armen und beiden übereinanderliegenden Handballen auf den Herzdruckpunkt. (Eindrücktiefe ca. 5 cm)
Der Druck muß senkrecht durch Gewichtsverlagerung des Oberkörpers über die gestreckten Arme ausgeübt werden (der Schwerpunkt des Oberkörpers des Helfers liegt über dem Druckpunkt), ohne die Hände vom Brustkorb abzuheben.
Die Phasen des Zusammendrückens und Entspannens sollten ungefähr gleich lang sein.
Frequenz:
Grundsätzlich wird bei der Wiederbelebung mit der Atemspende zur Sauerstoffanreicherung begonnen. Man beatmet am Beginn zweimal langsam und tief.
Zwei Methoden der kombinierten Wiederbelebung:
Einhelfer-Methode:Zwei Beatmungen - 15 Herzmassagen - zwei Beatmungen - 15 Herzmassagen, usw.
Zweihelfer-Methode: Eine Beatmung - 5 Herzmassagen - eine Beatmung - 5 Herzmassagen, usw.
Die Effizienz der Wiederbelebung ist kontrollierbar durch Tasten der Pulse an der Halsschlagader oder der Beinarterie im Leistenbereich. Die Pupillen werden enger, die Herzaktion setzt schließlich spontan ein (im Idealfall).
Die Wiederbelebung wird bis zum Eintreten einer regelmäßigen Atmung und eines regelmäßigen Pulses bzw. bis zur Erschöpfung der Helfer fortgeführt.
Bei anhaltender Bewußtlosigkeit, jedoch intakter Atmung und tastbarem Puls ist der Verunglückte in stabile Seitenlagerung zu bringen und kurzfristig zu kontrollieren.
Bei Kindern oder Unterkühlten kann sich ein Erfolg der Wiederbelebung eventuell erst nach mehreren Stunden einstellen.
Wichtig: zwischen den Beatmungsstößen und den Druckmassagen dürfen keine Pausen eingelegt werden, sodaß ein Mindestblutdruck nicht unterschritten wird.
Fehler und Gefahren bei der Herzmassage:
Bewußtlosigkeit:
Nicht unbedingt lebensgefährlich, außer es liegen Hinweise auf Schock, Atem- und Herzstillstand vor.
Häufige Ursachen:
Vorgehen:
Erstmaßnahme bei fast allen Wunden ist die Versorgung mit einem sterilen Verband (Wundauflage mit Mullbinden- oder Pflasterfixierung)
Ältere Wunden mit Infektionszeichen (Fieber, Rötung, Schwellung, Schmerzen, eventuell Eitersekretion) müssen vom Arzt behandelt werden.
Beachte:
Wunden nie mit Fingern berühren (Einmalhandschuhe verwenden)
nie mit Wasser auswaschen
Verletzter darf bei der Versorgung nicht stehen
Keinesfalls dürfen Salben, Puder, Cremen oder ähnliches in die Wunde eingebracht werden.
Wunde reinigt sich durch den Blutaustritt selbst.
Blutungsarten
Versorgung
Die Blutung muß so rasch als möglich gestillt werden, um einem hohen Blutverlust und dem Schock vorzubeugen.
ad b)
auf die Wunde wird eine keimfreie Wundauflage mit Binden fixiert. Darüber wird ein Druckpolster (Verbandspäckchen, zusammengelegte Taschentücher und dgl.) unter Miteinbeziehung in die Bindengänge fixiert. Bei Notwendigkeit kann ein weiterer Druckpolster verwendet werden.
Gefahr:Venenstauung (herzfern der Verletzung kommt es zu einer blauroten Hautverfärbung, eventuell zu einer Zunahme der Blutung) erfordert ein Lösen sowie Erneuern des Verbandes (Verband ist lockerer zu wickeln).
Achtung:Druckverbände und Abbindung dürfen nie oberhalb des Handgelenkes, im Ellbogenbereich und unterhalb des Kniegelenkes angelegt werden, da an diesen Lokalisationen Nerven oberflächlich liegen und leicht beschädigt werden können.
ad c)
diese Maßnahme ist notwendig, wenn die Blutung bedingt durch ihre Lage weder durch einen Druckverband noch durch Abbinden gestillt werden kann. Eine Blutstillung ist nur durch Abdrücken der versorgenden Arterie möglich.
Schläfenschlagader:
bei Blutungen in der Schläfengegend. Druckpunkt vor dem oberen Rand der Ohrmuschel (Gegendruck von anderer Seite)
Gesichtsschlagader:
bei Blutungen im seitlichen Gesichtsbereich. Druckpunkt in der Mitte des Unterkiefers vor dem Kaumuskel.
Halsschlagader:
bei Blutungen am Hals und Kopf. Druckpunkt am Vorderrand des Kopfnickers etwas unterhalb der Halsmitte. Man drückt mit dem Daumen gegen die Wirbelsäule (höchstens drei Minuten lang, dann vorübergehend lockern).
Schlüsselbeinschlagader:
bei Blutungen in der Achselhöhle. Druckpunkt hinter der Mitte des Schlüsselbeins (man verwendet einen Spatel oder Löffelstiel und drückt gegen die erste Rippe).
Armschlagader:
bei Blutungen am Unterarm. Druckpunkt am inneren Rand des Bizeps in Oberarmmitte.
Beinschlagader:
Druckpunkt im inneren Drittel des Leistenbandes, wobei man mit zwei Daumen gegen den Oberschenkelkopf drückt.
Bauchschlagader:
Druck mit der Faust oberhalb des Nabels gegen die Wirbelsäule (bei Blutungen im Beckenbereich)
ad d)
Eine Abbindung ist eine Notmaßnahme zur Blutstillung, wenn trotz Druckverband die Blutung nicht steht.
Gefahren:
Durchführung einer Abbindung:
Verwendung von breiten Gurtbändern, Gummibändern bzw. Handtüchern oder Dreieckstuch (im Notfall auseinandergerissenes Hemd, Krawatte oä.).
Es wird ein sogenannter Quengel- oder Knebelverband angelegt.
Dabei wird das Abbindematerial locker um die Extremität gelegt und verknotet. Nachdem man einen Holzstab oder einen Knebel zwischen die Gliedmaße und dem Abbindematerial geschoben hat, dreht man den Knebel bis die Blutung steht. Anschließend fixiert man den Knebel.
Kontrolle der Abbindung:
Raschest ärztliche Versorgung organisieren!!!
Bei Übergabe des Betroffenen an ein Rettungsteam muß unbedingt der Zeitpunkt der Abbindung bekanntgegeben werden bzw. schriftlich auf der Abbindung vermerkt sein.
Vorgehen bei Blutungen in Körperhöhlen:
Brustraumverletzungen:
Behandlung:
Lagerung auf die verletzte Seite (die gesunde Seite wird entlastet und kann besser atmen)
Offene Brustkorbverletzungen werden mit einem möglichst luftdichten Verband verschlossen (Leukoplast)
Bauchverletzungen:
Verletzte innere Organe, vor allem Milz und Leber, können zu einem Verblutungsschock führen.
Kennzeichen:
Behandlung:
Rückenlage mit angezogenen Beinen kombiniert mit Schocklagerung, bei offenen Verletzungen Fremdkörper belassen; herausragenden Bauchinhalt nicht zurückstopfen, sondern lediglich steril verbinden.
Keinerlei Nahrung oder Flüßigkeit zuführen!
Allgemeine zusätzliche Maßnahmen bei Blutungen in Körperhöhlen:
Krampfaderblutungen:
Bei Ausbleiben des Erfolges: Durchführung einer Tamponade mit Gaze.
Definition:
Lebensbedrohliches Kreislaufversagen, wobei die vom Herzen ausgeworfene Blutmenge kritisch vermindert ist. Dies führt zu einem Sauerstoffmangel der Organe. Der Organismus reagiert mit einer Minderdurchblutung der Gliedmaßen, um die inneren Organe ausreichend mit Blut und somit Sauerstoff zu versorgen. Wenn dieser Kompensationsmechanismus zusammenbricht, versackt das vorher "zentralisierte Blut" im Bauchraum und in den Extremitäten, wodurch der Kreislauf zum Erliegen kommt. Nieren- und Lungenversagen (Schockniere, Schocklunge) können die Folge sein. Aus diesem Grunde ist eine möglichst rasche Erkennung und effiziente Behandlung des Schocks notwendig, sodaß irreversiblen Störungen rechtzeitig vorgebeugt werden kann.
Ursachen:
Beachte:
Unterscheidung zur Ohnmacht (Kreislaufkollaps):
Dieser liegt einer Blutverteilungsstörung zugrunde, da Blut in den unteren Abschnitten des Körpers versackt. Dies führt zu einer Mangelversorgung des Gehirns mit Sauerstoff.
Ursachen der Ohnmacht: Schmerz, Schreck, Hitze, Erkrankung.
Die Ohnmacht tritt im Unterschied zum Schock meist ohne erkennbare Ursache plötzlich ein.
Unterscheidung zwischen Schock und Ohnmacht:
Maßnahme bei der Ohnmacht: Flachlagerung, Beine hochlagern, eventuell gefäßverengende Mittel
Erkennung eines Schockierten:
Versorgung eines Schockierten:
Kälteanwendung
Kann bei jeder frischen Verletzung angewendet werden (Wunden, Knochenbrüche, Prellungen, Verstauchungen usw.). Die Kälteanwendung ist eine sehr gute Erstmaßnahme, jedoch keine Behandlung.
nie direkt die Haut mit kalten Umschlägen oder Eis behandeln. Zuerst elastische Binde über die Verletzung, darüber die chemische Kältepackung oder einen Sack mit zerstoßenem Eis mit einer Binde fixieren.
Vorsicht: bei zu starker Kälte nehmen die Schmerzen zu.
die Mindesteinwirkdauer beträgt 20 Minuten, bei tieferen Verletzungen bis maximal 60 Minuten; eventuell ist eine mehrmalige Anwendung notwendig, wobei Pausen und Anwendungsdauer ungefähr gleich lang sein sollten.
die Kälteanwendung entzieht dem Körper Wärme, daher muß unbedingt für Wärmeschutz gesorgt werden.
Prellungen:
Maßnahmen:
Quetschungen:
Maßnahmen:
Verstauchung oder Zerrung:
Durch Gewalteinwirkung kommt es zu einer Zerrung mit eventueller Zerreißung der Haltebänder. Dies führt zu Bluterguß und Schwellung, sowie zuweilen zu heftigen Schmerzen.
Maßnahmen:
Verrenkungen:
Definition:
Es tritt ein Knochenteil aus dem Gelenk (Gelenkskopf dialoziert, "Gelenkspfanne ist leer"). Die Gelenkskontur ist verändert (Vergleich mit nichtbetroffenem gleichen Gelenk, Abtasten). Stets ist die Gelenkskapsel mit Haltebändern teilweise oder vollkommen zerrissen, nicht selten sind Nerven, Muskeln und Gefäße mitbeteiligt. Dies äußert sich oft in Form einer massiven Schwellung, dem Auftreten eines Blutergusses und heftiger Schmerzen sowie Bewegungsunfähigkeit im betroffenen Gelenk.
Versorgung:
Einrichtung unter langsamen Zug (mehrere Minuten lang in Richtung der Knochenachse (so rasch als möglich, da mit zunehmender Zeit die Muskelspannung ansteigt und somit das Einrichten behindert bzw. unmöglich macht). Nach dem Einrichten unbedingt Ruhigstellung über mehrere Tage.
Bei Knochenbruchzeichen: keine Einrichtversuche, sofort zum Arzt.
Bei Aussicht auf rasche ärztliche Hilfe bei Verrenkungen ohne Knochenbruchzeichen keinerlei Einrenkversuche unternehmen.
Arten
Erkennung und Symptome
Wann denkt man an einen Knochenbruch?
Versorgung der einzelnen Brüche
Allgemeine Versorgungsrichtlinien:
Alle Knochenbrüche müssen zur Vermeidung weiterer Schäden, Schmerzen und eines eventuellen Schockgeschehens geschient bzw. ruhiggestellt werden (aufblasbare Schienen, die zugleich wärmeisolierend wirken; biegsame Cramer-Drahtschienen, spezielle Kunststoffgipsschienen, ideal sind Vakuummatratzen bzw. -kissen; behelfsmäßig können auch Pappe, zusammengerollte Zeitungen oder eventuell sogar Blech verwendet werden).
Schmerzbehandlung
Grundsätze bei der Ruhigstellung durch Schienung
an gesunder Körperseite anpassen
Stets müssen benachbarte Gelenke miteinbezogen werden, sodaß dort keine Bewegung möglich ist.
Ausreichende Polsterung der Schienen um Druckverletzungen der Nerven sowie Zirkulationsstörungen zu vermeiden.
Beobachtung peripher liegender Abschnitte in Bezug auf Verfärbung, Kälte und Gefühllosigkeit (meistens Lockerung des Verbandes und Neuanlegung notwendig).
Der Puls muß peripher der Schienung tastbar sein.
Häufig vorkommende Brüche und deren Versorgung
Rucksackverband z.B. mit zwei bis drei verknoteten Handtüchern Ruhigstellung des Armes mit Dreieckstuch
Unterarm im Armtragetuch und Fixierung des Oberarms am Rumpf (mit Handtüchern oder Krawatten)
Armtragetuch (Dreieckstuch) bzw. Behelfsschienung mit Zeitungen oder Pappendeckeln. Wichtig ist dabei die Hand bis in Herzhöhe anzuheben um Schwellungen zu verhindern.
Fixierung in halber Beugestellung;
Faustverband (mit Stoff- oder Papierballen in der Hohlhand, darüber mehrere Bindetouren) wenn mehrere Finger verletzt sind.
Symptome: Lähmungen und Gefühlsverlust unterhalb der Verletzungshöhe.
Versorgung:
Bei Verdacht auf Halswirbelsäulenverletzung:
Kopf strecken, nach hinten neigen (zusammengerollte Decke oder Kleidungsstücke in den Nacken).
Rascheste ärztliche Versorgung oder Kontrolle notwendig.
Entsteht meistens bei Stürzen auf Winschen, Relingsstützen und in offene Backskisten uä.
Versorgung:
Gefahr:
Versorgung durch Ruhigstellung in der Koje mittels Auspolsterung zur Bordwand hin (mit Hilfe von Decken, Pölstern, Kissen oder Segelsäcken uä.), sodaß das Bein derart ruhiggestellt ist. Eine "lehrbuchmäßige" Schienung erfolgt am besten im nächsten Hafen durch die Rettungsbesatzung. Eine behelfsmäßige sorgfältige Schienung (am besten mit Brettern seitlich und hinten) ist vor der Übergabe des Verletzten an andere Schiffe unbedingt durchzuführen.
Das geschiente Bein ist am gesunden Bein zu fixieren, wobei zwischen den Knien und Füßen abgepolstert werden muß.
Beachte: Manipulationen stets nur unter Zug.
Versorgung durch Hochlagerung, kühle Umschläge und Bettruhe (Schuhe ausziehen, um Zirkulationsstörungen durch Schwellung zu verhindern).
Hochlagerung und kühle Umschläge, Schienung nicht notwendig.
Versorgung von offenen Brüchen
Wunde nicht säubern, keine Salben, Puder oder Sprays.
Steril abdecken. Kompressionsverband bei Blutung.
Bei eventuellem Weiterbluten: manueller Druck bis hin zur Abbindung (wenn möglich unter ärztlicher Aufsicht), ärztliche Versorgung.
Schädelverletzungen
Ursache:
eine starke Gewalteinwirkung auf den Schädel kann zu lebensgefährlichen Beinträchtigungen des Gehirns führen. Äußere Verletzungen, wie blutende Kopfwunden oder ein zu ertastender Schädelbruch erlauben keine Rückschlüsse auf den Schweregrad der Gehirnverletzung.
kurze Bewußtlosigkeit, Gedächtnislücke, Kopfschmerzen, Übelkeit, eventuell mit Erbrechen.
Behandlung: Schonung (absolute Bettruhe sowie Beobachtung)
Bewußtlosigkeit länger als eine Stunde, ungleich weite Pupillen, eventuell Unruhe bis hin zur Verwirrtheit, bisweilen unregelmäßige Atmung und Pulsverlangsamung.
Behandlung: absolute Bettruhe, so rasch wie möglich ins Spital.
Blut oder klare Flüssigkeit kann aus dem Ohr, dem Mund oder auch aus der Nase austreten; häufig Auftreten eines Brillenhämatoms (die Augen umgebender Bluterguß).
Behandlung: Kopf erhöht lagern, bei Bewußtlosigkeit stabile Seitenlage, intensive Beobachtung (Atmung, Kreislauf und Schock).
Hitzeschäden
Unter Hitzebedingungen wird Wärme über die Haut an die Luft oder das Wasser abgegeben. Lufttemperatur mehr als 37°: Wärmeabgabe an die Luft ist aufgehoben. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist Wärmeabgabe durch Verdunstung eingeschränkt, sodaß unter ungünstigen Bedingungen (hohe Außentemperatur, hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Luftbewegung) eventuell in Kombination mit vermehrter Wärmeproduktion (körperliche Arbeit) Hitzeschäden auftreten können.
Hitzekrämpfe
Entstehen durch starkes Schwitzen aufgrund eines Flüssigkeits- und Salzverlustes zB. bei schwerer Arbeit in großer Hitze. Es treten Muskelzuckungen und schließlich Krämpfe vor allem im Bereich der Arm-, Bein-, und Rückenmuskulatur auf. Zusätzlich kann Schwäche, Übelkeit, Erbrechen und eine Bewußtseinstrübung auftreten.
Maßnahmen: Trinken von salzhaltigem Wasser bzw. Einnehmen von salzhaltiger Kost wie Suppen, Salzgebäck uä., kühle Umgebung, im Falle von Bewußtlosigkeit: stabile Seitenlagerung
Hitzekollaps
Entsteht durch Versacken von Blut in den durch Wärme erweiterten Gefäßen der Peripherie, wodurch eine Verminderung des Herzauswurfvolumens resultiert.
Die Haut ist gerötet, schweißbedeckt, die Körpertemperatur nahezu normal. Es können Schwindel, sowie Sehstörungen und plötzliche Ohnmacht auftreten.
Maßnahmen: Flachlagerung oder stabile Seitenlagerung (vor allem bei Erbrechen kühle Umschläge, Kreislaufmittel ( Effortiltropfen, DHE-Tropfen), Flüßigkeitszufuhr nur bei erhaltenem Bewußtsein (ein TL Kochsalz auf einen Liter abgekochtes Wasser).
Hitzschlag
Der Körper kann überschüssige Körperwärme nicht mehr an die Umgebung abgeben.
Entsteht bei hoher Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit (Schweißproduktion vermindert). Körperliche Arbeit und entsprechende Kleidung begünstigen das Auftreten eines Hitzschlags.
Die Haut ist rot, trocken und heiß, die Körpertemperatur kann bis zu 43° steigen. Es treten Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Muskelkrämpfe bis hin zu unregelmäßiger Atmung mit Pulserhöhung und Blutdrucksenkung auf.
Eventuell Lebensgefahr!
Maßnahmen: Flachlagerung in kühler Umgebung (bei Bewußtlosigkeit stabile Seitenlage), Entkleiden, kalte Umschläge oder Eispackungen auf Stirn, Nacken, Rumpf und Gliedmaßen bis sich die Haut nach Entfernen der Kälteanwendung nicht mehr rot verfärbt. Bei Körpertemperatur unter 38,5° sind die Kühlmaßnahmen zu beenden.
Sonnenstich
Entsteht durch direkte Sonneneinwirkung auf den ungeschützten Kopf (gefährdet sind vor allem Kleinkinder, da es bei ihnen leichter zu Reizungen der Hirnhäute mit Auftreten von Hirndruckzeichen kommt).
Symptome:
Maßnahmen:
Als Dauerfolgen des Sonnenstichs können des öfteren Kopfschmerzen auftreten.
Verbrennungen und Verbrühungen
Verbrennung: Schädigung durch Hitze (Feuer und Explosionen uä.)
Sind mehr als 20 % der Körperoberfläche betroffen, besteht Lebensgefahr.
Verbrühung: Schädigung durch heiße Flüssigkeit oder heißen Dampf (beim Einatmen kann sich ein Schock entwickeln bzw. die Lunge schwer geschädigt werden).
Allgemeine Maßnahmen:
Entfernung aus dem Gefahrenbereich
Anwendung von fließendem Kaltwasser bis zur Erlangung der Schmerzfreiheit (es kann auch Seewasser verwendet werden), Übergießen mit kaltem Wasser bzw. Eintauchen des betreffenden Körperteiles in kaltes Wasser.
Verabreichung von salzhaltigen Flüssigkeiten (ein TL Salz auf ein Liter Wasser) oder Mineralwasser ohne Kohlensäure zur Schockvorbeugung.
Bei brennender Kleidung Übergießen mit Wasser bzw. Rollen des Brennenden am Boden. Keinesfalls angeklebte Kleidung versuchen abzureißen (große Wundflächen können eröffnet werden).
Brandwunden nie mit Öl, Fett oder anderen Mitteln bestreichen.
Schmerzbekämpfung (mit kaltem Wasser, Schmerzmittel)
Verhinderung von Unterkühlung und Überwärmung.
Spitalsbehandlung bei mehr als 10 % befallender Körperoberfläche, Schockzeichen und Verbrennungen der Luftwege.
Einteilung nach dem Schweregrad:
(abhängig von der Temperatur und Einwirkzeit)
I Grad: betroffen sind die obersten Hautschichten. Es treten Hautrötung und Schmerzen (durch Reizung von oberflächlichen Hautnerven) auf. Beispiel: Sonnenbrand
II Grad: tiefere Hautschichten sind betroffen. Die Haarbälge und Talgdrüsen sind unbeschädigt, sodaß von diesen Organen aus die Selbstheilung erfolgen kann. Auftreten von Brandblasen (Gewebsflüßigkeit zwischen Ober- und Unterhaut sehr schmerzhaft. → Brandblasen nicht eröffnen!
III Grad: alle Hautschichten sind verbrannt inkl. Haare, Drüsen, Haarbälge und Nervenendigungen. Die Oberfläche erscheint schneeweiß bis bräunlich-schwarz. Kaum Schmerzen!
Oft sind alle drei Stadien nebeneinander anzutreffen (Behandlung bei drittem Grad: Hauttransplantation).
Komplikationen:
Lokale Versorgung:
I Grad:
kühlende Salben oder Cremen (Decoderm oder Nerisona), eventuell Zitronensaft, steril verbinden.
II Grad:
Reinigung und Salbenverband unter Verwendung antibiotischer Salben
III Grad:
Fettgaze (Sofratüll), Flammazine-Creme, Betaisodona-Salbe (ca. 2 mm dick mit lockerem sterilem Verband). Im Notfall können saubere Tücher zur Bedeckung der Verbrennung verwendet werden.
Brandblasen nicht eröffnen (Infektionsgefahr); wenn sie platzen, mit Pinzette abtragen und antibiotische Salben auftragen
Sonnenbrand
Der Sonnenbrand ist eine Brandverletzung mit starker Rötung, Spannungsgefühl und Berührungsempfindlichkeit der Haut. Es kann auch zur Blasenbildung kommen. Kinder sind empfindlicher als Erwachsene, ebenso hellhäutige und blonde im Gegensatz zu dunkelhäutigen und dunkelhaarigen Personen.
Selbst optimale Sonnencremen bieten keinen 100%igen Schutz.
Vorbeugung:
Sonnencreme mit LSF von mindestens 10, die mehrmals täglich aufgetragen wird; die Creme soll wasserfest sein.
Ausreichende Kopfbedeckung und Kleidung, Sonnenbrille
Behandlung:
Das Hautkrebsrisiko steigt mit der Zahl der stattgehabten Sonnenbrände!!!
Sonnenallergie
Es handelt sich hierbei um eine Unverträglichkeit von UV-Strahlen.
Es können Rötungen, Knötchen und Bläschen auftreten (vor allem im Bereich der Wangen, der Brust und der Streckseiten der Arme).
Behandlung:
wie beim Sonnenbrand, keine medikamentösen Vorbeugungsmöglichkeiten.
Unterkühlung
Die Unterkühlung tritt meist nach Bergung aus dem Wasser bzw. nach längerem Aufenthalt an Deck bei entsprechenden Temperaturen auf.
Durch Regulationsmechanismen behält der Körperkern eine höhere Temperatur als die Peripherie um die lebensnotwendigen Funktionen aufrecht zu erhalten.
Alkohol erweitert die Blutgefäße der Haut, wodurch es zu einer vermehrten Wärmeabgabe kommt, zudem wird das Temperaturregulationszentrum im Gehirn gestört. Alkohol beschleunigt daher die Unterkühlung.
Einteilung in Stadien:
Erregungsstadium:
Erschöpfungsstadium:
Das zweite Stadium tritt im kalten Wasser bald ein.
Ab einer Körperkerntemperatur von unter 20° tritt der Unterkühlungstod ein.
Oberhalb von 20° laufen die Stoffwechselvorgänge äußerst verlangsamt ab, sodaß der Betroffene wie tot erscheinen kann (wegen der durch die Kälte bedingten geringeren Empfindlichkeit des Gehirns auf Sauerstoffmangel kann eine Wiederbelebung auch noch nach Stunden erfolgreich sein).
Behandlung bei leichter Unterkühlung (Bewußtsein ist erhalten):
Behandlung bei schwerer Unterkühlung
(Bewußtseinseinschränkung o. -verlust)
Verboten bei schwerer Unterkühlung ist:
aufwärmende Bewegungen, es kann dabei ein sogenannter Afterdrop auftreten (Blutumverteilung von der kalten Peripherie in den Körperkern und umgekehrt; aufgrund der Erwärmung der Peripherie kann es zu einem Versacken des Blutes dortselbst und zu einem Kollaps kommen)
heißes Abduschen oder Vollbad
Flüssigkeits- und Medikamentenzufuhr bei getrübtem Bewußtsein
Bei schwerer Unterkühlung ist die Verlegung auf eine Intensivstation notwendig.
Die Hauptgefahr bei Unterkühlten stellen tödliche Herzrhythmusstörungen dar, weshalb der Puls bis zum Erreichen der normalen Körpertemperatur überwacht werden muß.
Maßnahmen gegen Unterkühlung bei Verlassen des Schiffes
möglichst viel anziehen (Wollmütze, Schal, Segelstiefel und Ölzeug, welches an Hand- und Fußgelenken zugebunden wird; die eingeschlossene Luft erhöht den Auftrieb)
vor Verlassen des Schiffes reichlich heiße Flüssigkeit zu sich nehmen
Verhalten im Wasser: keine unnötigen Bewegungen (Wärme- und Kraftverlust)
Einnehmen einer kauernden Haltung
enger Zusammenschluß mehrerer Personen, die untereinander mit Leinen gesichert sind (psychologische Wirkung)
Ursachen: Kälte, Nässe, Wind können bei herabgesetzter Widerstandskraft Viren und Bakterien in ihrer Tätigkeit begünstigen, sodaß es zu Erkältungskrankheiten der Atemwege kommt.
Vorbeugung: Schlaf in ungeheizten Räumen, sinnvolle Abhärtung, Saunabesuch bei Erkältung verboten)
Behandlung:
Gift:
fester, flüssiger oder gasförmiger Stoff der in Abhängigkeit von seiner Dosis durch seine physikalischen oder chemischen Eigenschaften im Körper zu schädlichen Wirkungen oder zum Tode führen kann.
An Bord kommen am ehesten Vergiftungen durch verdorbene Nahrungsmittel, Motorabgase, Tabletten und vor allem durch übermäßigen Alkoholgenuß vor.
Allgemeinmaßnahmen:
Entfernung des Vergifteten aus dem Gefahrenbereich (Motorraum, ofengeheizte Kajüte uä.)
Elementarhilfe: Atemwege freihalten und eventuell Atemspende sowie Erhaltung des Kreislaufs und der Herztätigkeit.
Giftentfernung aus dem Körper:
Salzwassermethode:
(ein bis zwei EL Salz auf 1 l Wasser) ein Liter davon schnell trinken lassen, bis Erbrechen eintritt. Es wird weiter getrunken bis klare Flüssigkeit erbrochen wird.
Giftentfernung durch Erbrechen darf nicht durchgeführt werden bei:
Bewußtlosen
Verätzungen durch Laugen und Säuren: man verabreicht reichlich kohlensäurefreie Flüssigkeit
Bei Säureverätzungen unternimmt man einen Neutralisationsversuch mit Milch und mehreren eingerührten Eiern.
Bei Laugenverätzungen neutralisiert man mit Zitronensaft oder verdünntem Speiseessig.
Giftentfernung aus dem Darm:
Mit Tierkohle zur Bindung des Giftes und eventuell ca. 30 Gramm Glaubersalz (Natriumsulfat) um den Transport des Giftes im Darm zu beschleunigen.
Vergiftung durch Gase
Vergiftungen an Bord entstehen in erster Linie durch Kohlenmonoxid (Motorabgase)
Symptome:
Maßnahmen:
Alkohol an Bord
Alkohol in kleinen Mengen führt zu einer kurzen Aufputschung mit geistigem und körperlichem Leistungsanstieg. Sehr rasch kommt es jedoch zu Abgespanntheit, stärkerer Ermüdung und Gleichgültigkeit.
In größeren Mengen über einen längeren Zeitraum genossen, führt der Alkohol zu einer Verlangsamung und Abnahme des Reaktionsvermögens, zu einer Überbewertung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit und zu zunehmender Kritiklosigkeit bei Abschätzung von Gefahren.
Körperliche Bewegungen und zweckgerichtete Handlungen können außer Kontrolle geraten (erhöhte Unfallgefahr, Ausfall von Crewmitgliedern bei Schwerwetter, Navigationsfehler und damit Gefährdung der gesamten Crew).
Biergenuß führt zu vermehrtem Harndrang. Bei der "Außerbordmethode" besteht die Gefahr des Überbordgehens.
Sukkus: Alkoholgenuß während eines Törns ist zu minimieren (man kommt ja wieder in einen sicheren Hafen)!
Bedeutung
Die Seekrankheit ist eine wirkliche Erkrankung, die häufig auftritt und sehr oft über einen Törnerfolg entscheiden kann. Ihre Gefahr liegt vor allem in der depressiogenen Wirkung bis hin zum Auftreten von Selbsttötungsabsichten.
Entstehung durch:
Einwirkung der Schiffsbewegung auf das Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
Optische Eindrücke.
Gerüche aus Motorraum oder Kombüse
Nervosität
Falsche Ernährung
Übermäßigen Alkoholgenuß
Maßnahmen
Erkennen und Vermeiden von fördernden Einflüssen.
Bei Befall den Betroffenen unter Deck bringen (an einen gut belüfteten und möglichst ruhigen Platz, allgemein mittschiffs).
Bei notwendigem Übergeben unbedingt Sicherung durch Lifebelt.
Keinesfalls das Gefühl des Sichschämenmüssens vermitteln, aufmunternder Zuspruch kann sich positiv auswirken.
Bei Selbsftötungsabsichten → Anschnallen des seelisch Erkrankten und eventuell Verabreichung eines Beruhigungsmittels (eine Ampulle Valium i.m.).
Ablenkung des Betroffenen durch leichte Arbeiten (Rudergehen)
Vorbeugung
Medikamentöse Vorbeugung bzw. Behandlung
Dazu gibt es verschiedene Mittel auf dem Markt, die zur Gruppe der sog. Antihistaminika gehören, die im allgemeinen leicht ermüdend wirken können.
Beispiele:
Stutgeron, Cinabene, Cinnarazini Vomex A, Bonamine, Vertirosan u.a.m.
Um eine möglichst wirksame Vorbeugung zu erzielen, sind diese Mittel im allgemeinen ca. 2 Stunden vor dem Auslaufen einzunehmen (Genaueres: siehe Beipacktext).
Eine Aufnahme durch die Haut gewährleistet ein Pflaster (Scopoderm TTS), welches ca. 6 bis 7 Stunden vor dem Auslaufen im allgemeinen hinter dem Ohr appliziert wird. Die Wirkungsdauer erstreckt sich aber bis zu 72 Stunden.
Bei Auftreten von massiver Angst und Spannung können, womöglich unter ärztlicher Aufsicht, geeignete Psychopharmaka verabreicht werden.
Jährlich ertrinken ca. 150.000 Menschen, 50 % sind davon Kinder unter 10 Jahren.
Hauptursache bei 18 - 45jährigen ist der Alkohol. Bei älteren Ertrunkenen sind Kreislaufkollaps, Erschöpfung, Infarkte, Epilepsie und Schädelhirntraumen vor allem ursächlich.
Rettungsmaßnahmen haben auch dann einen Sinn, wenn ein Ertrunkener bis zu einer Stunde im Wasser war, da durch die Kälte die Organfunktionen auf ein Minimalmaß reduziert werden (minimaler Sauerstoffverbrauch).
Ertrinken im Süßwasser:
Wasser tritt ins Blut über,
Störung des Mineralhaushaltes im Blut,
Sauerstoffmangel,
eventuell Kammerflimmern
Ertrinken im Meerwasser:
durchschnittlicher Salzgehalt 4 %,
Eiweiß tritt in die Lungenbläschen über (Entstehen eines Lungenödems),
ein eventuell rötlicher Schaum tritt im Mundbereich auf
Bergung:
Ein Ertrinkender befindet sich in Panik und schlägt um sich. Folgende Vorgangsweise ist zu empfehlen:
Zurufen
Anschwimmen am besten von hinten
Erfassen an Haaren, Kinn, Schultern oder Armen und Stoß mit dem Knie um den Körper des Ertrinkenden hochzudrücken (Schutz vor Umklammerung, Hand gegen Kinn, Knie gegen Leib, eventuell untertauchen)
Transport im Wasser: Ertrinkender wird am Rücken liegend vom rückenschwimmenden Retter transportiert.
Versorgung:
bei Atemstillstand: Anwendung der ABC-Regel
Keinesfalls versuchen, Wasser aus den Lungen zu entfernen (gelingt nur durch Absaugen)
nasse Kleidung durch trockene ersetzen, Decken gegen Unterkühlung
ständige Kontrolle von Atmung und Puls
Einschlafen verhindern, da Schlafender von Bewußtlosem nur schwer unterschieden werden kann (bei Bewußtlosigkeit stabile Seitenlage)
ärztliche Hilfe wegen eventueller Spätschäden durch Störung des Mineralhaushaltes im Körper ("sekundäres Ertrinken")
Allergien
Kennzeichen: Stark juckende Hautrötung oder Quaddeln (meist durch verschiedene Nahrungsmittel oder Medikamente verursacht).
Behandlung: Vermeidung der auslösenden Ursache, Antiallergikum (Tavegyl Tabletten 3 x 1, eventuell über mehrere Tage) und Cortisonsalbe (zB. Topsym) auf die betroffenen Hautpartien.
Angelhakenverletzung
Der Haken wird unter der Haut vorgeschoben, bis die Spitze mit einer Zange sicher faßbar ist. Danach wird das Hakenende abgezwickt und der verbleibende Rest in der Eintrittsrichtung herausgezogen.
Fremdkörper im Auge
Fremdkörper befinden sich meist unter dem Oberlid und sind nicht sichtbar.
Behandlung: Das Oberlid wird über einem Zündholz nach oben geklappt, sodann wird der Fremdkörper mit einem feuchten Tupfer entfernt (das Oberlid wird an den Wimpern gefaßt). Danach wird eine antibiotische Salbe eingestrichen (zB.: Refobacin Augensalbe)
Bindehautreizung bzw. -entzündung
Entsteht meist durch Salzwasser, Sonne oder Wind und äußert sich durch eine gerötete, brennende Bindehaut mit verstärktem Tränenfluß, Fremdkörpergefühl und Lidkrampf.
Behandlung: Visadron, Otriven Tropfen alle zwei Stunden in das Auge, Sonnenschutz: Schirmmütze. Bei schleimiger, bzw. eitriger Absonderung sind antibiotikahältige Augentropfen mehrmals täglich einzubringen (zB. Refobacin-Augentropfen).
Fieberblasen
Eventuell schmerzhafte Bläschengruppen an den Lippen und Umgebung.
Ursache: Viren, die nach Ansteckung zeitlebens unter der Haut befindlich durch UV-Strahlen aktiviert werden können.
Vorbeugung: Abdecken mit UV-dichten Salben mehrmals täglich.
Behandlung: Zovirax-Salbe vor dem Auftreten der Bläschen, danach kann man nur abwarten bis die Bläschen verschwinden (nach ca. eineinhalb Wochen).
Magengeschwür
Krampfartige bzw. kolikartige Schmerzen, eventuell in Verbindung mit Schweißausbruch oder Brechreiz. Der Bauch ist weich.
Behandlung: Diät (Tee, Zwieback, Knäckebrot, keine Alkoholika). Dazu eventuell Schmerzmittel, sowie säurebindende bzw. -hemmende Medikamente.
Gallenkolik
Auftreten von starken krampfartigen Schmerzen vor allem im rechten Ober- bis Mittelbauch mit Ausstrahlung bis hin zur rechten Schulter. Oft begleitet von Brechreiz und Gelbverfärbung der Augen. Urin kann dunkelbraun sein.
Behandlung: Nahrungskarenz für 24 Stunden. Buscopan Tbl. 3 x 2, Schmerzmittel, schließlich Aufbaukost mit Reisschleim, Tee und Zwieback. Bei Fieber sind Antibiotika indiziert.
Nierensteine
Dauerschmerz oder krampfartig auftretende Schmerzen mit Ausstrahlung in den Unterbauch, Hoden und in die Schamlippen, ausgehend von der Flanke oder dem Rücken. Eventuell rötlicher oder blutiger Urin.
Behandlung: Buscopan Tbl 3 x 2 täglich, Schmerzmittel nach Bedarf, reichlich Flüssigkeit, (mindestens 2 Liter pro Tag), feuchtwarme Umschläge, bei Fieber Antibiotika.
Ohnmacht
Langes Stehen, der Anblick von Blut oder eines Unfalles kann zu einer Blutverteilungsstörung mit Gehirnmangeldurchblutung und Bewußtlosigkeit führen. Vorher kommt es meist zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und kaltem Schweiß. Die Pulsfrequenz ist herabgesetzt im Unterschied zum Schock.
Behandlung: Flachlagerung mit Hochlagerung der Beine. Medikamente sind meist nicht notwendig.
Durchfall- Brechdurchfall
Wässriger Stuhlgang, dem eventuell Schleim und Blut beigemischt sein kann, begleitet von Erbrechen, eventuell Fieber. In der Regel harmlos, sistiert meist nach wenigen Tagen, jedoch sind das Wohlbefinden und die Aktivitäten der Betroffenen mitunter massiv eingeschränkt.
Ursachen: Nahrungsmittelvergiftung (vor allem wenn mehrere betroffen sind) Virusinfektion, Blinddarmentzündung u.a.m.
Gefahr: massiver Flüssigkeitsverlust (vor allem bei Kindern, die aufgrund der geringen Immunabwehr stärker gefährdet sind).
Behandlung: 24-stündige absolute Nahrungskarenz, Ersatz des Wasser- und Salzverlustes (1 TL Salz auf ein Liter Wasser; in kleinen Schlucken zu sich genommen zusätzlich Cola, Fanta uä. nach Entfernung der Kohlensäure). Kohletabletten, die in Wasser oder Tee aufgelöst werden bis zu einer Menge von 20 Stück pro Tag.
Bei Fieber: Antibiotika (zB. Ciproxin 500 - 2 mal 1 für 3 Tage).
Nach mindestens eintägiger Nahrunaskarenz: Aufbau mit Zwieback, Salzgebäck, Weißbrot, Reisschleim, Haferflockenschleim, frisch geriebenen Äpfeln, Bananen oder Karottenhaschee.
Verstopfung
Ursache: Umstellung der Eßgewohnheiten, Bewegungsmangel.
Vorbeugung:
Behandlung:
Entzündung der Haut oder einer Wunde
Furunkel, Abszeß, Wundeiterung
Symptome: Rötung, Schwellung, Schmerzen, wärmer als die Umgebung
Behandlung:
Herzinfarkt
Herzschmerz, der sich auf eine Kapsel Nitrolingual nicht bessert: Verdacht auf Herzinfarkt.
Symptome: heftige bis unerträgliche Schmerzen im Herzbereich mit Ausstrahlung in den Hals bzw. linken Arm verbunden mit Todesangst und Vernichtungsgefühl. Dazu Lufthunger, unregelmäßiger Puls.
Behandlung:
Hexenschuß
Lokalisiert im Hals-, Brust-, und Lendenwirbelbereich.
Symptome: Schonhaltung, Vorbeugung des Rumpfes, verspannte, druckschmerzhafte Rückenmuskulatur.
Behandlung: Schonlagerung ( harte Unterlage mit gebeugten Knie- und Hüftgelenken), trockene Wärme auf die Schmerzzonen, Bettruhe, Valium und Schmerzmittel.
Insektenstich
Vorbeugung:
Gefahr: Giftwirkung, Allergien, Übertragung von Infektionskrankheiten, Infektion von Stich- oder Bißwunden.
Kennzeichen bei Insektenstichen:
Behandlung: Stachel wenn möglich entfernen, feucht-kalte Umschläge oder Eisbeutel, Kortisonsalbe mehrmals auftragen bei Auftreten von Juckreiz: Antiallergikum zB. Tavegyl-Tbl.
Insektenstich im Mund und Rachen
Es besteht hierbei die Gefahr, daß durch eine starke Schwellung der Weichteile die Atemwege verlegt werden.
Behandlung: Lutschen von viel Eis, Verabreichung von Kortison (Volon A-80, oral bzw. Injektion, Berodual), kalte Umschläge um den Hals und Beruhigung (Valium).
Bei Schockgeschehen: Schocklage, stabile Seitenlage bei Bewußtlosigkeit ev. kombinierte Wiederbelebung.
Kater
Entsteht meist nach übermäßigem Alkoholgenuß.
Behandlung: mehrere Stunden Schlaf, leichte Schmerzmittel, Alkohol- und Nikotinverbot.
Quallenberührung
Quallen haben Nesselkapseln mit Widerhaken, die sich bei Berührung in die Haut bohren. Es entlädt sich dabei Nesselgift. Im Mittelmeer eher harmlos. Gefahren sind ein ev. auftretender allergischer Schock oder Ertrinken durch Panik. Ähnliche Gefahren können bei Kontakt mit Korallen auftreten. Brennende Rötung an der Berührungsstelle.
Behandlung: Man badet die betroffene Stelle in verdünnter Salmiakgeistlösung oder Essig (man kann auch mit frischen Urin abspülen). Danach Betaisodona-Lösung, Kortisonsalbe und Antiallergikum (Tavegyl oder Celestamin-Tbl., der Helfer muß Einmalhandschuhe tragen). Bei Schockgeschehen Injektion von Kortison. Ein Abspülen der Berührungsstelle mit Wasser oder Alkohol verschlimmert die Giftwirkung.
Schlangenbiß
Die Bißmarke (meist am Fuß oder Unterschenkel) ist durch zwei kleine nebeneinander liegende Bißwunden erkennbar. Es kommt zu einer zunehmenden Schwellung eventuell in Verbindung mit Müdigkeit, Bewußtseinstrübung bis hin zur Herz-Kreislaufstörung.
Behandlung: Vermeidung aktiver Bewegungen um nicht die Giftausbreitung zu beschleunigen, Stauung der betroffenen Gliedmaße mit Gummibinde oder Dreiecktuch herzwärts.
Kreuzschnitt mit möglichst sterilem Messer im Bereich der Bißstelle, sodaß das Gift mit dem Blut ausgeschwemmt werden kann. Bei Atem- und Herzbeschwerden sowie Bewußtseinstrübung ist unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Seeigelstiche
Die Seeigel sind vor allem nachtaktiv. Die Stacheln brechen ab und bleiben mit ihren Kalkspitzen in der Haut stecken.
Behandlung: mit Betaisodonalösung abtupfen, mit steriler Kanüle (Injektionsspritze) die Haut unterfahren und mit einer Pinzette versuchen die Stacheln zu entfernen. Wenn die Stacheln abbrechen, klebt man darüber ein wasserfestes Pflaster oder Tesastreifen. Nach wenigen Tagen ist die Haut darunter aufgeweicht, sodaß sich beim Abziehen des Pflasters zusammen mit den Hautteilchen die Stacheln entfernen lassen. Danach Versorgung mit Betaisodonaverband, bei Bedarf Schmerzmittel.
Stachelrochen
Sie haben giftige Stacheln am Schwanz. Sie halten sich meist im flachen Strandbereich im Sand eingegraben auf. Der Schwanz wird gegen das Bein geschleudert und kann tiefe Wunden verursachen und Gift einbringen. Blutungen, Schwellungen und Schmerzen können die Folge sein. In schweren Fällen kollabiert der Betroffene und/oder Herzrhythmusstörungen treten auf.
Behandlung: Wundspülung mit Wasser, steriler Verband, Schmerzmittel, Antibiotikum, Beruhigungsmittel, ev. chirurgische Entfernung des Giftstachels.
Petermännchen und Drachenköpfe
Petermännchen haben Giftstacheln und giftige Flossen.
Drachenköpfe oder Skorpionfische genannt, sind besonders an der Dalmatinischen Küste häufig anzutreffen. Sie sind Nachtjäger, tagsüber halten sie sich in Felsnischen oder Höhlen auf. Das Gift der Drachenköpfe befindet sich in den Flossenstacheln; auch die Berührung toter Fische kann Vergiftungen hervorrufen.
Kennzeichen: Heftig schmerzende, meist schlecht heilende Wunde, Schwellung des betreffenden Körperteils. Meist klingen die Symptome nach wenigen Tagen (auch ohne Behandlung) ab.
Behandlung: siehe Stachelrochen
Vorbeugung von maritimen Verletzungen und Vergiftungen
Schmerzmittel:
Antibiotika:
Verstopfung:
Durchfall:
Niedriger Blutdruck:
Hoher Blutdruck:
Sodbrennen:
Magengeschwür:
Beruhigungsmittel:
Seekrankheit:
Übelkeit und Erbrechen:
Herzanfall:
Allergie:
Asthma:
Hustendämpfung:
Zur äußeren Anwendung
Selbstverständlich ist bei chronischen Erkrankungen die verordnete Dauermedikation in Eigenregie mit -bzw. einzunehmen.
Die Verwendung von leistungssteigernden Medikamenten bei Ermüdung ist äußerst bedenklich, da diese ev. gefährliche Verkennungen und Wahrnehmungsstörungen i. S. von Halluzinationen verursachen können.
Infektionskrankheiten befinden sich nahezu weltweit im Vormarsch. Die bestmögliche Vorbeugung gegen das Auftreten derselben stellen Schutzimpfungen dar. Je nach Reiseplan und -ziel ist eine Vorbeugung sehr empfehlenswert oder notwendig.
Erkundigungen diesbezüglich sind beim Gesundheitsamt, Tropeninstitut bzw. Hygieneinstitut einzuholen (Rechtzeitig, da sich der Impfplan über mehrere Wochen erstrecken kann). Der Impfpaß sollte stets ein treuer Begleiter des Reisepasses sein.
Mindesterfordernis für mediterrane Gebiete:
Tetanus (meist tödlich)
Infektiöse Gelbsucht (Hepatitis A und B)
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Typhus (L-Typhoral an 3 Tagen innerhalb von 5 Tagen)
FSME
Malaria (vor allem in östlichen Mittelmeerländern, versch. Präparate je nach Reisegebiet)
Aidsschutz (kein ungeschützter Geschlechtsverkehr, keine dubiosen iv-Injektionen und Bluttransfusionen in Entwicklungsländern)
Es handelt sich dabei um eine Dringlichkeitsmeldung, die mit dem Dringlichkeitszeichen PAN PAN beginnt.
Man verwendet bei der Erstaussendung für Anruf und Meldung die internationalen Anruf- und Notfrequenzen:
UKW Kanal 16 (156,8 MHz ) oder
Grenzwelle (2182 KHz)
Läuft gerade Notverkehr auf den Kanälen, tätigt man in einer Sprechpause einen Kurzanruf und meldet sich am Arbeitskanal bzw. auf der Arbeitsfrequenz.
Kurzanruf:
Normales Anrufverfahren auf Kanal 16:
Vor der Durchführung des Dringlichkeitsverkehrs sollten folgende schriftliche Aufzeichnungen vorbereitet werden:
Yachtname und Rufzeichen
Vorgeschichte, Art des Unfalles, Art der Verletzungen, Zeitpunkt des Geschehens
Zustand des Kranken (Puls, Atmung, Temperatur, Bewußtseinszustand; Medikamenten- Alkohol-, Drogeneinnahme; ev. Impfungen)
Beschwerdebild
Aussehen des Kranken ( Hautfarbe, trocken, schweißig, Aussehen von Harn und Stuhl, Erbrechen)
Information über Bordapotheke und vorhandene Instrumente
Position der Yacht (u.a. Distanz bis zum nächsten Hafen)
Trinkwassertanks bestehen aus Aluminium, Stahl, Kunststoff oder Gummi wobei die letzteren gelöste organische Stoffe enthalten, die für Bakterien und Algen einen guten Nährboden abgeben können.
Aus diesem Grunde sollten die Trinkwasserbehälter am Ende der Saison vollkommen entleert werden.
Im Frühjahr empfiehlt sich die Reinigung der Tanks über die Revisionsöffnungen. Wassersäcke sollte man ausbauen und mit heißem Wasser reinigen. Bei der Indienststellung sind die Trinkwasserbehälter zu desinfizieren (KATADYN, MICROPUR entsprechend der Gebrauchsanweisung). Keime können sich im heißen Wasser nahezu explosionsartig vermehren, das Wasser riecht und schmeckt danach faulig.
Bei jedem Neubunkern von Wasser sollte ein Keimfreihaltungsmittel dazugegeben werden. Zudem stehen Filtergeräte, die von Hand zu bedienen sind, zur Reinigung und Keimfreihaltung in Verwendung.
Wasserbedarf eineinhalb bis 2 Liter pro Tag in Abhängigkeit von der Lufttemperatur. Der Mindestbedarf beträgt ca. einen halben Liter täglich, Regenwasser ist erlaubt. Niemals darf jedoch Meerwasser getrunken werden, denn es führt zu Nierenversagen. Leitungswasser soll nicht zum Zähneputzen verwendet werden, selbstverständlich soll es auch nicht getrunken werden (vor allem wenn in der Umgebung Weideplätze vorhanden sind).
Zur Genießbarmachung kocht man das Wasser mind. 10 min., und versetzt es danach mit einem desinfizierenden Zusatz (chlorhaltiges Desinfektionsmittel oder silberhältiges MICROPUR).
Vorsichtsmaßnahmen bei der Ernährung zum Schutz vor Darminfektionen
vor Mahlzeiten Hände waschen
Zähneputzen mit abgekochtem Wasser (mind. 10 min.) welches mit desinfizierendem Zusatz versehen ist.
Würfeleisherstellung nur aus Mineralwasser
Vorsicht bei Speiseeis, da es ein guter Bakterienträger ist
Obst und Gemüse kochen bzw. schälen
keine Mayonnaisen verwenden
kein rohes Fleisch, kein roher Fisch, Krebse, Krabben, Austern und Muscheln (können Träger von Typhus, Paratyphus und Hepatitis-Erregern sein).
Milch abkochen
Speisenaufbewahrung
Speisen können auch im Bordkühlschrank nicht beliebig lange genießbar gehalten werden (v.a. nicht in warmen Gebieten). Die Kost ist derart auszuwählen, sodaß auf den Kühlschrank verzichtet werden könnte.
Ein Doseninhalt kann auch in ungeöffneten Dosen verderben und ungenießbar werden. Bombierte (vorgewölbte Dosen) sind gefährlich und müssen unbedingt verworfen werden; ebenso angeschimmelte und verschimmelte Nahrungsmittel.
Das Schiff befindet sich unter Motor mit geborgenen Segeln in sicherer Fahrt, sodaß es jederzeit gut steuerbar ist. Es soll ca. 20° bis 30° gegen den Wind andampfen. Je geringer die Fahrt ist, um so stärker bzw. nachteiliger wirkt sich der Abwind der Rotorblätter (down-wash), der bis zu 150 km/h betragen kann, aus. Es müssen daher alle beweglichen Gegenstände von Deck klariert sein.
Beidrehen, wenn der Motor nicht einsetzbar ist, Großsegel und Fock reffen.
Den Verletzten ins Schlauchboot übersetzen (mit einem wasserfest umhüllten Begleitschreiben über die Einzelheiten des Unfalls, der getroffenen Maßnahmen, der verabreichten Medikamente u.a.m.)
Das Rettungsgerät des Hubschraubers (Schlinge, Netz, Trage, Korb, Rettungsanker) wird wenn möglich durchs Wasser gezogen um die elektrische Spannung des Flugkörpers zu erden (ansonsten erhält man beim Ergreifen einen elektrischen Schlag der jedoch völlig harmlos ist).
Die Rettungsschlinge wird über dem Kopf unter die Arme geführt, sodaß sie direkt unter den Achseln anliegt. Beim Hochwinden müssen die Hände eng an die Oberschenkel gelegt werden. Schwerverletzte werden mittels Rettungsnetz geborgen.
Zeichen für: "Alles klar zum Hieven" - Ausstrecken eines Armes, mit geballter Faust und nach obengerichtetem Daumen.
Der Helfer im Schlauchboot muß mit demselben durch einen Sicherheitsgurt gesichert sein, da durch den down-wash das Schlauchboot umgeworfen werden könnte.
Die Leitung des Rettungsmanövers obliegt der Hubschrauberbesatzung.
Die beste und sicherste Methode ist das Abbergen direkt aus dem Wasser, weil die Rettungsgeräte und -mannschaften in erster Linie darauf ausgerichtet sind.
Wenn der Zustand und die Verletzungen des zu Bergenden diese Möglichkeit erlauben sollte der Betreffende, gesichert mit Schwimmweste und leicht kappbarer Verbindung zur Yacht, beim Herannahen des Hubschraubers ins Wasser springen.
Die Direktbergung von Bord (nach Entfernung von Dirk und Achterstag, Festzurren des Großbaumes an Deck, nachdem er bis zur Want gefiert und fixiert wurde) ist wegen der Gefahr des Vertörnens des Rettungsseils am Rigg ein nur selten durchgeführtes Manöver.